Spielerisch Deutsch lernen – warum?

Didaktische Spiele gehören zu den bekanntesten Unterrichtsmethoden, die Schüler durch Probehandeln lernen und ihre Selbsttätigkeit fördern. Im Hinblick auf unterschiedliche Zwecke des Spracherwerbs wird in der Methodik zwischen drei Arten der Spiele unterschieden:

  1. Interaktionsspiele: Sie basieren auf Spannung, Spaß und Erholung und fördern zwischenmenschliche Kommunikation sowie Interaktion unter den Lernenden.
  2. Szenische Spiele: Sie sind körperbezogene Darstellung einer vermittelten Wirklichkeit.
  3. Simulationsspiele: Sie umfassen jegliche Formen der absichtsvollen Simulation von Problemen, wobei Simulationen nach festgelegten Regeln ablaufen.

Alle diese Spielformen haben unterschiedliche Rolle im Fremdsprachenunterricht. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die szenischen Spiele wie Dialog- Rollen oder Interaktionsspiele. Sie können nämlich entscheidende Impulse zur Klassenintegration liefern und den Lernenden helfen, ihre Sprachhemmungen zu überwinden. Szenische Spiele fördern auch das Lernen durch Emotionen (Affektivitätsprinzip).

Zu den Spielen, die das regelgeleitete Sprechen fördern, gehören alle Arten von Spielen, die Lieder, Reime, Abzählverse und Merksätze miteinbeziehen und durch Wortwiederholung, Rhythmus und Melodie das Sprechen initiieren. Spiele, die den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten erleichtern sowie beim Lernen von neuen Wörtern helfen, sind Schreibspiele, Frage- und Ratespiele, Kartenspiele (Bild-Wort-Karten) sowie Assoziations- und Gedächtnisspiele. Wir können auch mit Hilfe der Spiele wichtige kulturelle landeskundliche Inhalte vermitteln.

Weitere Funktionen der Spiele im Unterricht:

  1. Motivierungsfunktion: Sie steigern Lernmotivation der Lernenden.
  2. Aktivierungsfunktion: Das Spiel stärkt die Aufmerksamkeit und aktiviert das Gedächtnis.
  3. Sozialfunktion: Im Spiel können verschiedene Lernende miteinander interagieren; der Gruppenzusammenhalt wird gestärkt.
  4. Schöpferische Funktion: Das Spiel entwickelt schöpferische Überlegungen und Fähigkeiten des Suchens nach neuen Strategien.
  5. Erholungsfunktion: Beim Spielen verspüren Lernende keinen Druck und können sich erholen.
  6. Erkenntnisfunktion: Durch spielerische Aktivitäten werden neue Inhalte vermittelt und neue Erkenntnisse gewonnen.
  7. Diagnostische Funktion: Die Lehrperson kann bei Lernenden Lerndefizite feststellen und darauf eingehen.

Treffend wird die Rolle der Spiele wie folgt zusammengefasst: „Beim Spielen werden Kognition und Emotion, also Denkprozesse und Gefühle, miteinander verbunden. Lernspiele stimulieren und motivieren den Spracheinsatz, helfen bei der Überwindung von Sprachbarierren. Das bedeutet, dass die Teilnehmer mehr Mut haben, in der Gruppe oder in verschiedenen Alltagssituationen mit einer Person zu sprechen“ (Czaplikowska, Kubacki, Methodik des Unterrichts Deutsch als Fremdprache, S. 132).

Was hilft uns, das richtige Spiel für unseren Unterricht auszuwählen?

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen, die man sich stellen sollte:

  1. Welches Lernziel verfolgt das Spiel und welche Fertigkeiten werden gefördert oder entwickelt?
  2. Passt das Spiel zum geplanten Unterrichtsablauf?
  3. Welche Vorteile ergeben sich, das Spiel einzusetzen?
  4. Ist das Spiel leicht zu verstehen und durchzuführen?
  5. Ist das Spiel für diese Zielgruppe (Sprachniveau, Alter, etc.) geeignet?
  6. Wie viel Zeit wird für die Durchführung und Evaluierung des Spiels benötigt?

 

 

 

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